was ist Tiefenpsychologie?

 

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) gehört zu den Psychodynamischen Methoden.  

Diese beschäftigen sich vorwiegend mit unseren unbewussten Wünschen, Motiven und Konflikten, die unser Verhalten und Erleben maßgeblich beeinflussen.

 

In Deutschland sind von den psychodynamischen Verfahren die analytische und die tiefenpsychologische Psychotherapie von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen anerkannt und somit abrechenbar. Als drittes anerkanntes Verfahren sei an dieser Stelle die Verhaltenstherapie (VT) genannt, bei der es sich um ein gleichfalls wirksames, aber mehr gegenwartsorientiertes Verfahren handelt.

 

Bereits das Wort „Tiefe“, welches in der Begrifflichkeit der Tiefenpsychologie steckt, birgt einen ersten Hinweis, worum es in dieser schwerpunktmäßig gehen soll: die Tiefe des Unbewussten und somit vor uns Verborgenen, welches unsere Handlungen und unser Empfinden (mit-)steuert. Die Theorie der TP geht u.a. davon aus, dass wir früh in unserem Leben Fähigkeiten und Strategien erwerben, die optimal zu den Bedingungen unserer Kindheit und/oder Jugend passen, im späteren Leben jedoch starr und unflexibel werden.

Diese Strategien zu ergründen und auf diese Weise aufzulösen hat sich die TP zur Aufgabe gemacht. Die Grundlage für dieses Vorgehen bildet dabei stets die differenzierte Erarbeitung der Biografie. Ein Leitsatz der TP ist es zudem, bewusst zu machen, was unbewusst ist. In diesem Sinne soll es auch um die unbewussten Motive und Wünsche gehen, die unser aller Handlungen und Empfindungen leiten.

Anders als in der breiter aufgestellten analytischen Therapie (AP) wird innerhalb des tiefenpsychologischen Settings ein Fokus gebildet. Damit ist gemeint, dass einige zentrale Konflikte formuliert werden, um die es in der Therapie gehen soll. Für mich ist dabei stets wichtig zu beachten, dass nicht der ganze Mensch verändert, sondern ein besseres Verständnis für sich selber erarbeitet werden soll. 

 

„Warum machte es einmal Sinn, sich so zu verhalten, wie ich es tue?“ und „Wie kann ich mein Verhaltensspektrum heute als Erwachsener flexibler und für mich angenehmer gestalten?“ könnten Formulierungen der wichtigsten Anliegen „typischer“ Therapien lauten.